Herzlich Willkommen bei der DGMP

Die DGMP ist die deutsche wissenschaftliche Fachgesellschaft für Medizinische Physik.  Aufgaben und Ziele

Deutsche Gesellschaft für
Medizinische Physik e.V.

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Drei Fragen an Dimos Baltas - neuer DGMP-Präsident

Prof. Dr. sc. hum. Dimos Baltas leitet seit Ende 2015 die Abteilung für Medizinische Physik in der Klinik für Strahlenheilkunde am Universitätsklinikum Freiburg und ist Inhaber der W3-Professur für Medizinische Physik in der Radioonkologie an der Medizinischen Fakultät der Albert-Ludwigs-Universität Freiburg. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Bereich der inversen Optimierung, inverser Planung und Navigation in der interventionellen Radioonkologie, Entwicklung und Implementierung von biologischen Modellen (TCP, NTCP) zur Optimierung und Individualisierung der Strahlentherapie und im Bereich der Anwendung von Monte-Carlo -Simulationsverfahren für Dosimetrie von nieder-, mittel- und hochenergetischen Photonenstrahlern. Die Schwerpunkte seiner klinischen Aktivitäten liegen in den minimalinvasiven Verfahren bei der Behandlung des Prostatakarzinoms und Einführung von neuen Technologien in der klinischen Routine. Nach dem Physikstudium an der Universität Athen in Griechenland absolvierte er ein Aufbaustudium und promovierte als DAAD-Stipendiat an der Universität Heidelberg, Zentrum Radiologie, Abt. Strahlenphysik. Sein beruflicher Weg führte ihn über Heidelberg, 1989 Klinikum Darmstadt und 1996 Klinikum Offenbach an das Universitätsklinikum Freiburg. 1996 wurde ihm der Akademische Titel Adjunct Research Associated University Professor im Fachbereich Medizinische Physik & Engineering an der Nationalen Technischen Universität Athen (NTUA), Institut für Kommunikations- und Computer-Systeme (ICCS) verliehen. Seit 2013 leitet Prof. Baltas den ESTRO-Kurs „Advanced Brachytherapy Physics“.

Seit 2021 ist Prof. Baltas Präsident der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Physik e.V. (DGMP).

Was fasziniert Sie an der medizinischen Physik?

Die Kombination, die Verknüpfung von Physik, Biologie, Modellen und Hightech hat mir bereits zu Beginn meiner Ausbildung und während der Promotionszeit imponiert und begeistert mich weiterhin unaufhörlich. Es ist die beständige Dynamik des Fortschreitens und die Chance dabei zu sein, mit zu gestalten.  Und nicht zuletzt der Bezug zu Patienten, die Mitgestaltung der Therapie und die Erfahrung der unmittelbaren Wirkung.  

Weshalb engagieren Sie sich in der DGMP?

Ich bin seit 1984 auf dem Gebiet der medizinischen Strahlenphysik tätig. Ich habe die Evolution von 1D-, 2D-, 3D- zu 4D- und 5D-Bestrahlungsplanung in der Radioonkologie erlebt und durfte auf dem Gebiet der Brachytherapie die Entwicklung mitgestalten. Ich habe den schwierigen Weg des Physikers vom Kellerraum zum Partner auf Augenhöhe in der Radioonkologie erlebt und innerhalb meiner Wirkungsreichweite mitgestaltet. Ich habe mich früh mit den Entwicklungen im europäischen Umfeld befasst und intensive Kooperationen mit Kolleginnen und Kollegen in mehreren Ländern aufgebaut. Dank eines Marie-Curie-Programms durfte ich Anfang 2000 zahlreiche junge Physikerinnen und Physiker aus Süd-Ost-Europa betreuen. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Vernetzung, Kooperation, Engagement über die eigenen Grenzen hinaus von enormer Bedeutung für unser Fach und unsere Gesellschaft sind. Engagement auf lokaler, nationaler, europäischer und internationaler Ebene betrachte ich als strategische Vektoren in unserem Beruf und Fach. Ich habe erlebt, dass ohne Berührungsängste eine multidisziplinäre Zusammenarbeit mit Radioonkologen, Radiologen, Chirurgen, Urologen, Gynäkologen möglich, produktiv und erwünscht sein kann. Genau dies macht uns sichtbar und definiert uns als Partner in der modernen klinischen und akademischen Umgebung. Diese Erfahrungen und das entsprechende Netzwerk möchte ich gerne unserer Gesellschaft zur Verfügung stellen. Ich fühle mich in der Pflicht gegenüber der jungen Generation und allen Kolleginnen und Kollegen, für die ich das Privileg hatte und habe, sie auf ihrem Weg der beruflichen Ausbildung und akademischen Weitebildung zu begleiten und zu betreuen.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Tätigkeit für die DGMP?

Die Pandemie hat die besondere Rolle und Bedeutung der nicht-ärztlichen Gesundheitsberufe in den Fokus gerückt. Ich werde mich dafür einsetzen, eine Sensibilisierung der Entscheidungsträger für den Beruf der klinischen Medizin­physiker/innen und deren verantwortungsvolle Stellung im Gesundheitssektor zur Gewährleistung der Sicherheit von Patientinnen und Patienten sowie einer bestmöglichen Krankenversorgung zu erreichen. Des Weiteren werde ich darauf hinwirken, die Sichtbarkeit der klinischen Medizin­physiker/innen bei Patient/innen und Patientenvertretungen zu verbessern: den Medizin­physiker / die Medizin­physikerin als wichtige und vertrauensvolle nicht-ärztliche Partner im medizinischen Umfeld (Klinik und Forschung) für Diagnostik und Therapie zu entdecken. Ich werde alle meine Kolleg/innen zu direkten Kontakten mit den Patienten ermutigen, z.B. in Form einer Medizinphysiker-Sprechstunde, und mich dafür einsetzen, unsere Ausbildung und Fortbildung im Hinblick auf den Umgang mit Patient/innen und die Kommunikationskompetenz zu vertiefen und zu erweitern.