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Rückblick Jahrestagung 2022

Liebe Kolleg:innen, liebe Freunde der medizinischen Physik,

in alter Väter Sitte darf auch in dieser vierten Ausgabe der ZMP der Bericht zur diesjährigen Jahrestagung in Aachen natürlich nicht fehlen. Vieles war anders als bisher, einiges neu, einiges unkonventionell, aber bevor wir über die eigentliche Tagung berichten, möchten wir zunächst die Frage klären, wie es dazu kam, dass die DGMP ausgerechnet nach Aachen kam.

Die ersten Zeichen zur Austragung der Jahrestagung der DGMP in Aachen gehen zurück bis ins Jahr 2016. Bei der damaligen Dezembervorstandssitzung wurde ein neuer Austragungsort für die Jahrestagung gesucht. Diese fand bis dahin sehr oft im Süden oder Osten unseres Landes statt und auf die Frage von Uwe Heinrichs, warum denn NRW als bevölkerungsreichstes Bundesland bisher immer so schmerzlich ausgelassen würde, antwortete der damalige Präsident der DGMP Jürgen Reichenbach mit den Worten: „Weil es keiner machen will…“ „Ist es denn so schwer eine Konferenz zu machen?“, war die direkte Gegenfrage Uwe Heinrichs. Dies dementierte Herr Reichenbach direkt mit der überzeugenden Feststellung: „Nein, überhaupt nicht, das meiste macht eh Conventus und die sagen einem was man zu tun hat.“ Nun stand Aachen als Austragungsort im Raum und sollte dann auf der Mitgliederversammlung während der Jahrestagung in Stuttgart 2019 den Mitgliedern offiziell zur Abstimmung vorgestellt werden. Während der Ausarbeitung der offiziellen Bewerbung stand bereits fest, dass wir mit irgendwelchen Besonderheiten punkten mussten und es nicht ausreichen würde, schöne Bilder von noch schöneren Orten zu zeigen, denn die gibt es ja in jeder Stadt.

Also stiegen wir tief in die Stadtgeschichte Aachens ein und kombinierten die Zahlen folgender Fakten

  • Aachen hat eine Fläche von 160 Quadratkilometern.
  • Aachens 250000 Einwohner kommen aus 164 Nationen.
  • Wir verfügen über 4 Universitäten mit insgesamt 19 Forschungsclustern,
  • In denen sich 60000 Studierende tummeln.
  • Es ist belegt, dass seit 1820 die Aachener Printe gebacken wird.
  • Karl der Große stirbt 814 ohne die Printe zu kennen in Aachen.
  • Ab 1481 wurde von der Brauerei Aachener Bürgerbräu Peter Wiertz Bier gebraut.
  • Aachen hat heute noch ca. 30 Thermalquellen und 2 Stadttore.
  • Einer der ältesten Schlüsseldienste in Aachen stammt aus dem Jahr 1925.
  • 1656 brach in der Backstube des Bäckers Peter Maw an der Jakobskirche ein Feuer aus, das fast das gesamte gotische Aachen zerstörte.
  • Ab 1719 wurde der Aachner Dom barockisiert.
  • 2019 feierten wir das 50jährige Bestehen der DGMP und wollen sicher auch gemeinsam noch das 100jährige feiern.

zu einer hochkomplexen Gleichung:

Somit waren Jahr und Monat bereits tief in der Geschichte Aachens verwurzelt und warteten nur auf ihre Wiederentdeckung. Aber die Legitimation für die Austragung in Aachen erhielt die Stadt bereits in den letzten Lebensjahren Karls des Großen, der Aachen zur Hauptstadt seines Reiches machte.

Und diese Legitimation war ständig allgegenwärtig im Zeichen Karls des Großen und hat die Jahrhunderte unerkannt überdauert, bis sie durch detektivische Feinarbeit und interdisziplinäre Dechiffrierung wieder ans Tageslicht kam:

 Die Mitgliederversammlung entschied sich also augenscheinlich für Aachen als Austragungsort im Jahr 2022. Nun stand ich, Uwe Heinrichs, da, als frisch gebackener Tagungspräsident…

Und ich dachte an die vergangenen Konferenzen: 2017 in Dresden mit Wolfgang Enghardt und Hagen Malberg, 2018 in Nürnberg mit Christoph Bert und Michael Wucherer und Frederik Laun für die DS-ISMRM, 2019 in Stuttgart mit Christian Gromoll und Nils Wegner, 2020 in Leipzig mit Ulrich Wolf und Bernhard Sattler, 2021 in Wien mit Dietmar Georg und Wolfgang Birkfellner.

Irgendwie waren das immer mindestens 2 Tagungspräsidenten und die Idee nun ganz allein dazustehen verursachte ein mulmiges Gefühl.

In genau diesem Augenblick bot Eric Beckers seine Hilfe an und er wurde auf der Mitgliederversammlung 2020 als zweiter Tagungspräsident für Aachen nachgewählt. Kaum war dies geschehen, bat uns Mark Ladd, amtierender DGMP Präsident 2020, die ihm nahestehende DS-ISMRM in einer Gemeinschaftskonferenz mit aufzunehmen.

An dieser Stelle sei erwähnt, dass diese bis hierhin erzählte Geschichte als Novum schauspielerisch und audiovisuell umgesetzt bereits den Auftakt der Eröffnungsveranstaltung bildete und wir in diesem Bericht nun an der Stelle weitermachen, wo wir uns auf der Bühne gegenseitig vollkommen unerfahren in der Konferenzplanung anschauen und dem Wortspiel hingeben, dass sich DS-ISMRM phonetisch durchaus aus den Begriffen „Eis“ und „m&m’s“ zusammensetzen lässt. In diesem Moment betritt unser Freund Andreas Bitz als Tagungsleiter der DS-ISMRM die Bühne und überreicht uns, um besser erkannt zu werden, eine Packung Eis und zwei Tüten m&m’s.

Die üblichen Inhalte einer Eröffnungsrede transportieren wir drei dann in einem lockeren Trialog, der aus der ersten Reihe des Auditoriums am Ende spontan mit einer Konfettikanone gekrönt wurde.

Besonders hervorgehoben haben wir, dass die Jahrestagung der DGMP in Aachen ganz im Zeichen der Begegnung steht. Nach über zwei Jahren Pandemie mit Verboten und sozialen Einschränkungen konnten wir uns endlich wiedersehen, direkte Gespräche führen, Kollegen:innen und Freunde treffen.

879 Teilnehmer hatten sich für die Tagung angemeldet, von denen sich bereits am ersten Tag 662 für die Konferenz registriert hatten. Am Ende waren 808 Teilnehmer vor Ort in Aachen. Diese bereicherten die Tagung mit insgesamt 251 Beiträgen, davon 165 Vorträge und 86 Poster, die von 124 Reviewern beurteilt wurden. In 35 Sessions, davon neun Fachsitzungen, sieben Refresherkurse und 10 Postersessions der DGMP sowie einer großen Postersession der DS-ISMRM wider. Hier soll auch die jMP mit ihren drei Sessions erwähnt werden, die uns jedes Jahr aufs Neue begeistern. Hinzu kamen vier Audiologiesitzungen, zehn Industriesymposien, die Glockervorlesung, der Gorterpreis und die Sitzung zum Young Investigators Award.

Wussten Sie eigentlich, dass auf den DGMP Tagungen 2013-2019 insgesamt 2978 Liter Kaffee und auf den dazugehörigen Get-Togethers 1833 Liter Bier getrunken sowie 385 Rollen Klopapier verbraucht wurden .

Letzteres nahmen wir zum Anlass auf die Handreichung des Arbeitskreises DGMP goes green hinzuweisen. Die Nachhaltigkeit bei einem so großen Kongress war uns ein wichtiges Anliegen. Hier wurden erstmals im Vorfeld Berechnungen zur CO2-Bilanz angestellt und diese mit 110 t CO2 benannt. Diese kompensiert die DGMP mit 3300 Euro, die an das BUND Projekt www.moor-land.de gehen. Auf der Tagung selber spiegelte sich die Nachhaltigkeit bereits in der Auswahl des Kongresszentrums und der Hotels wieder, die ihrerseits Nachhaltigkeitskonzepte verfolgen.

Auf die pauschale Ausgabe von Tagungstaschen mit Informationsmaterial wurde bewusst verzichtet, gedruckte Programmhefte nur auf Wunsch und Voranmeldung produziert und ausgegeben und besonders bei den Lunch-Symposien hatten die Teilnehmer selbst die Wahl was sie verzehren wollten. Überschüsse gingen an die Tafel.

Die Location, der Eurogress in Aachen ist von allen Teilnehmenden ausgesprochen positiv und als hell, freundlich und übersichtlich bezeichnet worden. Gerade seitens der Industrie, die sich im gesamten Foyer präsentieren konnte, begrüßte die Nähe zu den Teilnehmern sehr. Alles in allem ergab sich ein positives Gefühl der Zusammengehörigkeit aus Teilnehmern und Industrievertretern.

Um allen eingereichten Beiträgen ausreichend Zeit und Publikum zu bieten, lief die Tagung mehrgleisig und hatte bis zu 5 parallele Veranstaltungen. Ein besonderes Highlight waren natürlich die Veranstaltungen wie die Eröffnung, die Glockervorlesung und der Young Investigator Award, die im Europasaal stattfanden, ein Saal, den man oft nur aus der Verleihung des Ordens wider den tierischen Ernst kennt.

Die traditionelle Postersession wurde, sagen wir mal intensiviert, durch das Wiederaufleben lassen einer Idee von der DGMP Tagung in Marburg, nämlich Freibier und Brezeln, gesponsert von den Firmen IBA Dosimetrie und ManagedPhysics GmbH. Ausgegeben wurde das Bier von uns Tagungspräsidenten, Anja Taschner (iba) und Volker Grützmann (ManagedPhysics GmbH). So konnten wir unseren Teilnehmern, wenn schon nicht das Wasser, dann wenigstens das Bier reichen. Natürlich wollen wir das Bier hier nicht in den Vordergrund stellen, aber es führte zu einer sehr gut besuchten Session mit regen Diskussionen und fachlichem Austausch.

In guter alter Tradition wurden auch dieses Jahr wieder zahlreiche Preise verliehen. Dies waren die Glocker-Medaille an Lothar Schad (Mannheim), der Expertenpreis an Mauritius Hoevels (Köln), der Dietrich-Harder-Masterarbeitspreis an Margareta Metzner (Heidelberg), der Young Investigator Award an Julian Leube (Würzburg), der Autorenpreis der ZMP an Theresa I. Götz (Amberg-Weiden), der Wissenschaftspreis an Moritz Zaiss (Erlangen) und die Behnken-Berger-Preise an Alina Sophie Elter (Heidelberg, 1. Preis) und Moritz Ojo Rabe (München, 2. Preis).

Als Ehrenmitglieder des Jahres 2022 begrüßten wir Ulrich Rosenow und Fridtjof Nüsslin sowie für das Jahr 2021 Andreas Bockisch.

Abgerundet wurde das wissenschaftliche Programm durch ein kulturelles Rahmenprogramm. Die angebotenen Stadt- und Bierführungen durch Aachen wurden ausgesprochen gut angenommen. Besonders großer Nachfrage erfreute sich jedoch der Gesellschaftsabend im Ratskeller direkt unter dem Aachener Rathaus. Der Andrang war so groß, dass das angrenzende und räumlich mit dem Ratskeller verbundene Restaurant Postwagen noch hinzugemietet werden musste und so 232 Teilnehmer den Gesellschaftsabend erleben konnten. Bei all denen, die keine Karte mehr bekommen haben möchten wir uns an dieser Stelle entschuldigen, aber mit einer solchen Resonanz haben wir auch in unseren kühnsten Planungen nicht gerechnet. Als Highlight des Gesellschaftsabends müssen wir neben dem exzellenten Essen auch unseren Präsidenten der DGMP Dimos Baltas erwähnen, der sich kurzerhand vom Service einkleiden lies und mit servierte. Dimos, das war großartig. Herzlichen Dank! Wir Tagungspräsidenten machten uns an diesem Abend mehrmals auf die Runde durch die einzelnen Gasträume und stießen durchweg auf gut gelaunte und zufriedene Teilnehmer. Nach einem ausgezeichneten Abendessen mit vielen interessanten Gesprächen endete der gelungene Abend bei Musik und Tanz erst deutlich nach Mitternacht.

Wir haben den Eindruck gewonnen, dass der etwas andere Stil der Tagungspräsidenten, z.B. in der Auftaktveranstaltung als auch beim Freibier, gut angekommen ist, jedenfalls haben wir hier sehr viel Bestätigung bekommen.

Und immer stand die Tagung auf ihren Beinen ganz im Sinne ihres Mottos: Conventus macht das schon.

Aber Spass beiseite, ohne Conventus wäre die Tagung nicht halb so gut geworden, dafür nochmals herzlichen Dank an Paula Hartmann, Nicole Hirsch und Juliane Schönau. Ebenso geht unser Dank an den Vorstand der DGMP, insbesondere unseren Präsidenten Prof. Dimos Baltas, die Geschäftsstelle der DGMP und nicht zuletzt an euch, liebe Kolleg:innen und Mitstreiter:innen.

An dieser Stelle möchten wir aber auch all denjenigen, die zwar angemeldet waren, aber aus gesundheitlichen Gründen in letzter Sekunde doch nicht kommen konnten, eine gute Genesung wünschen.

Zu guter Letzt möchten wir Sie nun noch zu einer Gedenkminute einladen. Eine Gedenkminute für Lutz Müller, der schon pensioniert und trotz gesundheitlicher Einschränkungen uns zuliebe einen Vortrag mit dem Titel „Kleine Felder – Was macht ein Feld eigentlich klein?“ im Refresherkurs Dosimetrie halten wollte. Lutz konnte aus Krankheitsgründen leider nicht kommen und er starb überraschend am 26.09.2022. Alles Gute Lutz!

Vielen Dank!

Dennoch muss es weitergehen und wir schauen nach vorn. Wir freuen uns auf die Jahrestagung 2023 in Magdeburg und wünschen Christoph Hoeschen und Kerstin Jungnickel hierfür alles Gute!

Eure Tagungspräsidenten,

Uwe, Eric und Andreas