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Drei Fragen an Prof. Dr. Magdalena Rafecas, neue EFOMP Projects Vice-Chair

Copyright: Sascha Klahn/Exzellenscluster "Inflammation of Interfaces"Prof. Dr. Magdalena Rafecas wurde zum Projects Vice-Chair der European Federation of Organisations for Medical Physics (EFOMP) gewählt.

Prof. Rafecas hat in Valencia, Spanien, Physik studiert. Die Forschung für ihre Doktorarbeit führte sie als Marie-Curie-Stipendiatin in der Arbeitsgruppe von Prof. Sibylle Ziegler an der TU München durch und wurde 2001 promoviert. Nach mehreren Forschungsstationen (u.a. am CERN in Genf, an der TU München und als Professorin an der Universität von Valencia) wurde sie 2015 als Professorin für das Fachgebiet "Instrumentierung der medizinischen Bildgebung" ans Institut für Medizintechnik der Universität zu Lübeck berufen.

Prof. Rafecas sieht den Schwerpunkt ihrer Tätigkeit als Projects Vice-Chair der EFOMP in der Vernetzung von Forschungsprojekten und der Unterstützung von Forschungseinrichtungen bei der Akquise von Drittmitteln.

Was fasziniert Sie an der medizinischen Physik?

Ich schätze das hochgradig interdisziplinäre Umfeld, das unser Fachgebiet prägt. Sehr am Herzen liegen mir die Zielhorizonte unserer Forschungsaktivitäten: die Verbesserung der Gesundheitsversorgung einerseits und den Wissenszuwachs für Medizin und Biowissenschaften andererseits. Während meiner ersten, auch sehr faszinierenden Forschungstätigkeiten in der theoretischen Teilchenphysik vermisste ich diesen weitergehenden, nicht rein auf Wissenserwerb ausgerichteten Sinn. Äußerst spannend finde ich an der medizinischen Physik, dass ein Fortschritt die gemeinsame Anstrengung sehr unterschiedlicher Disziplinen erfordert. Mir, der ich gerne theoretische Inhalte bearbeite, wie die Mathematik hinter der Bildrekonstruktion, gibt z.B. die Zusammenarbeit mit anderen Physikern und Ingenieuren beim Bau eines PET Prototypen enormen Auftrieb. Geistigen Gewinn empfinde ich auch bei der Planung einer neuen Versuchsanordnung mit Biochemikern, Radiopharmakologen oder Ärzten. Mich fasziniert auch zu erleben, wie Fortschritte in anderen Bereichen, beispielsweise in der künstlichen Intelligenz oder Materialforschung, unsere Arbeit unterstützen und neue Wege öffnen.

Weshalb engagieren Sie sich in der DGMP und der EFOMP?

Ich glaube an das alte römische Motto „In der Einheit liegt die Kraft". Auf Deutschlandebene ist die DGMP mit ihren Regionalsektionen, Fachbereichen und Arbeitskreisen die natürliche und beste Plattform, um Anstrengungen zu bündeln, die die medizinische Physik weiterbringen. Dazu gehören jegliche Möglichkeiten des Informationsaustauschs wie die Jahrestagung und weitere Veranstaltungen, in die die DGMP involviert ist. Eine ähnliche Rolle spielt auf Europa-Ebene die EFOMP als Dachorganisation. Nicht zuletzt schätze ich den Umstand, dass beide Organisationen außer auf qualitativ hochwertige Fortbildungsangebote auch darauf großen Wert legen, wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern, in Forschungsprozesse zu integrieren und zu eigenem Engagement zu motivieren.

Welche Schwerpunkte setzen Sie in Ihrer Tätigkeit für die EFOMP?

Als zukünftige EFOMP Projects Vice-Chair würde ich gern die Beteiligung von Forschungsgruppen der Medizinphysik an europäischen Projekten erhöhen. Deswegen finde ich es wichtig, neue europäische Training Networks anzuschieben sowie die existierenden Netzwerke weiter zu fördern. Diese Motivation schöpfe ich aus meiner eigenen Erfahrung: Ein EU-Einzelstipendium erlaubte mir, die Doktorarbeit in Deutschland durchzuführen; im damaligen EU Framework gab es nicht nur die bekannten Marie Curie Individual Fellowships für bereits Promovierte, sondern auch längere Stipendien für Doktorandenprogramme. Inzwischen läuft die EU-unterstütze Doktorandenausbildung über Innovative Training Networks, die Institutionen in mindestens drei Länder benötigen. Mir liegt daran, interessierten Talenten diese Möglichkeiten zugänglich zu machen, was wiederum für die medizinische Physik bedeutet, nachhaltige Nachwuchspflege zu betreiben.