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Zum Tod von Dr. Ing. Heinz Czempiel

Am 21. November 2017 ist der Münchener Medizinphysiker Dr. Ing. Heinz Czempiel im Alter von 88 Jahren verstorben. Er war von 1989 bis 1990 DGMP-Präsident und eines deren Gründungsmitglieder im Jahre 1969.

Heinz Czempiel wurde am 11.08.1929 in Oppeln in Oberschlesien geboren. Er studierte ab 1952 Technische Physik an der Technischen Hochschule München. Seine Diplomarbeit mit dem Thema „Versuche mit Elektreten“  wurde von Prof. Dr. Meier-Leibniz betreut. Nach dem Diplom 1958 arbeitete Heinz Czempiel in der Firma Hoffmann, Röntgenwerk Erlangen auf dem Gebiet der physikalisch-technischen Grundlagen der Röntgendiagnostik und wechselte anderthalb Jahre später zu den Siemens-Reiniger Werken in Erlangen, wo er in die Betatron-Entwicklungsgruppe eintrat.

Während einer Installation eines 18 MeV-Betatrons im Institut für Physikalische Therapie und Röntgenologie der Universität München (Rieder-Institut) im Jahre 1960 bekam er Einblick in das Berufsleben eines Medizinphysikers in einer Klinik. Die enge Zusammenarbeit zwischen Medizin, Physik und Technik faszinierte ihn so, dass er 1961 eine wissenschaftliche Stelle im obigen Institut annahm. 1963 wechselte er in das Städtische Krankenhaus München-Schwabing. Hier war er beim Aufbau einer strahlentherapeutischen und nuklearmedizinischen Abteilung maßgeblich mitbeteiligt.

Neben seiner Tätigkeit als Medizinphysiker promovierte Heinz Czempiel 1972 mit dem Thema „Zur Spektrometrie der in der Röntgendiagnostik auftretenden Strahlenqualitäten“ an der Fakultät für Maschinenwesen und Elektrotechnik der Technischen Universität München unter Anleitung von Herrn Prof. Dr. Wachmann zum Dr. lng.. 1986 wurde er Leiter des Instituts für Medizinische Physik und Strahlenschutz am Städtischen Krankenhaus München-Schwabing.

Heinz Czempiel gehörte zu den Gründungsmitgliedern der DGMP und hatte viele Funktionen für die Gesellschaft inne. So war er von 1976-1978 stellvertretender Vorsitzender und wurde von 1989 bis 1990 zum ersten Vorsitzenden gewählt. Unter seinem Vorsitz wurde die Zeitschrift für Medizinische Physik aus der Taufe gehoben, über die Zusammenführung der Sektion Strahlenphysik der ehemaligen DDR mit der DGMP mit Nachdruck verhandelt und mit der Gründung des Verbandes  Berlin die Regionalisierung der DGMP gefördert. Weiterhin war er ein langjähriges Mitglied der Fachanerkennungskommission.

1990 bis 1996 wurde er von der Strahlenschutzkommission in den Ausschuss  „Strahlenschutztechnik“ und von 1995-97 in die Arbeitsgruppe ,,Auswirkungen der Einführung neuer Dosismesseräte auf den Strahlenschutz“ berufen. Im Normenausschuss „Radiologie“ des Deutschen Instituts für Normung (DIN) arbeitete er in den Arbeitsausschüssen „Strahlentherapie“ und „Strahlenschutz“ bei einer Vielzahl von DIN -Normen mit.

Bei all seiner beruflichen Angespanntheit fand Heinz Czempiel stets Zeit für Diskussion und Erfahrungsaustauch mit seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Stets um eine Teamarbeit mit den Ärztinnen  und Ärzten bemüht, hat er mit seiner bescheidenen, ruhigen Sachlichkeit das Ansehen der Berufsgruppe der Medizinischen Physik in der Medizin sehr gefördert.

Auch nach dem offiziellen Ende seines Berufslebens im Jahre 1994 stellte Heinz Czempiel sein Wissen durch vielfältige Funktionen der Fachwelt zur Verfügung und engagierte sich weiter in der DGMP. Im Rahmen der Jahrestagung im Jahre 2006 verlieh die DGMP Herrn Czempiel die Glocker-Medaille, die höchste Auszeichnung der DGMP. Wir verlieren mit ihm einen ehemaligen Präsidenten, der sehr viel für das Fach der Medizinischen Physik und unsere Fachgesellschaft geleistet hat.

Herr Czempiel  litt in den letzten Jahren seines Lebens an altersbedingten Beschwerden und war in seiner Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt. Er nahm aber nicht nur lebhaften Anteil am Leben seiner Kinder und deren Familien, sondern interessierte sich sehr für die aktuellen Entwicklungen in der DGMP. Wir behalten ihn in Erinnerung als großartigen Menschen und guten Freund. Unser Mitgefühl  gilt seiner Familie.

L. Bogner, P. Mühle, E. Gührs